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2. April 2019 read the game

28. Spieltag: Das Topspiel

FC Bayern München vs. Borussia Dortmund

Es ist angerichtet: Das Finale um die Meisterschaft. Borussia Dortmund tritt zum Gipfeltreffen beim FC Bayern München an. Siegt der BVB, dürfte ihnen bei dann fünf Punkten Vorsprung die Tabellenführung nicht mehr zu nehmen sein. Oder kann sich der Titelverteidiger ein letztes Mal aufbäumen?

Was Euch erwartet?

Das letzte offene Duell um die Meisterschaft der vergangenen und auch zukünftigen Jahre. Denn unabhängig vom Ausgang der Partie wird im Sommer der FC Bayern München erstmals und mit Volldampf in das Konzert der ganz großen Transfersummen einsteigen. Vorab hat der Rekordmeister bereits allein für zwei Abwehrspieler 115 Millionen investiert und die echte Welle folgt erst noch. Bevor also der FC Bayern München wieder eine Ära der Ferngläser einläutet, will die titelgierigste Dortmunder Mannschaft seit Jahren ihre Chance nutzen. Lediglich drei Spieler im BVB-Kader hatten schon die Meisterschale in der Hand – der Rest will es dieses Jahr selbst erleben. Allen voran der Anführer: Marco Reus. 

Der Favre-BVB: abgezockter als die Bayern

Das größte Problem der Bayern ist die Vielseitigkeit von Dortmund. Ging unter Kloppo nur Vollgas, spielt der BVB mit Favre an der Seitenlinie die komplette Klaviatur und das mit einer beeindruckenden Effizienz. Das bewies bereits das Hinspiel: Das erste Tor erzielte Reus per Elfmeter, das zweite im Positionsangriff, den Siegtreffer markierte Paco Alcacer im Umschaltspiel. Vier Mal schoss Dortmund auf das Tor der Bayern, drei Stück landeten im Ziel. Der Mixkönnteauch im Rückspiel Bayerns Abwehr ein ums andere Mal überfordern. Ein Spiegelbild der BVB-Saison.
Insgesamt 370 Mal schoss Dortmund in dieser Saison auf das Tor seiner Gegner und erzielte dabei 66 Tore. Die Bayern trafen zwar drei Mal öfter, mussten dafür aber auch 485 Torschüsse abgegeben. Herrschte früher in Dortmund ein chronischer Chancenwucher, ist mittlerweile im Schnitt jeder fünfte Schuss drin. Selbst der Schnitt der Bayern liegt mit 6,5 deutlich darüber.

Dortmunder Abwehrbeton vor Meisterprüfung

Während die Bayern jüngst zur Shopping-Queen avancierten, um die Abwehr zu erneuern, ist der Generationenwechsel in Dortmund bereits vollzogen. Manuel Akanji (23 Jahre), Abdou Diallo (22), Dan-Axel Zagadou (19) sowie Achraf Hakimi (20) bildeten zum Großteil der Saison zusammen mit Roman Bürki (28) eine Abwehr, die mit gerade einmal 30 Gegentoren nur zwei Treffer mehr kassierte als die hochdekorierte Abwehr der Bayern. Im Schnitt ließen die Dortmunder zehn Torschüsse der Gegner zu, die Bayern acht und kassierten dabei durchschnittlich 1,1 bzw. 1 Tor pro Partie. Tore scheinen also auch im direkten Duell garantiert, wenngleich die Perspektive für die Dortmunder besser scheint
Die Angriffe von Dortmunds Gegnern benötigten bisher im Schnitt 5,9 Sekunden, um zum Gegentor zu führen. Kurz um: Sie wurden im Umschaltspiel (5 Gegentore) überrumpelt oder bei Standards (11) eiskalt erwischt. Die Bayern treffen aber vornehmlich im Positionsangriff (60%) und die Angriffe dafür dauerten im Schnitt zehn Sekundenlang. Diese Angriffswellen spielen sie jedoch in Weltklasse-Manier.

Bayerns Kombizange gegen Dortmunds Abwehrriegel 

Allen Torfestivals der letzten Wochen zum Trotz, das beste Spiel der Bayern in dieser Saison war das Hinspiel. In der ersten Hälfte spielten sich Gnabry, Ribery und Lewandowski in einen derartigen Rausch, dass Dortmund mit Glück nur mit einem Tor zur Pause zurücklag. Beide Bayern-Tore fielen jedoch bezeichnenderweise im Positionsangriff und jene Weltklasse wird erneut der Hebel sein, um Dortmund besiegen zu können. Ließ Dortmund die Wellen der anderen Bundesliga Angreifer die gesamte Saison über reihenweise abprallen wie eine Kaimauer, konnten sie den längeren Ballstafetten der Bayern irgendwann nichts mehr entgegensetzen. Die Qualität des FC Bayern München ist, dass sie selbst auf den Außenverteidigerpositionen zwei Spielmacher spielen haben und deren Ballkontrolle weit über dem Ligaschnitt liegt. Zusammen mit den Offensivreihen vor sich kombinieren sie sich durch und vor allem hinter jede Abwehrreihe, um Lewandowski zu bedienen. 

Crunchtime-Helden unter sich

Bei Bayern geht seit 1999 keiner mehr vorzeitig von einem Sieg aus. Erst bei Abpfiff wird gejubelt. Am Samstag könnte es nun wieder einen denkwürdigen Paukenschlag Sekunden vor dem Ende geben. Dortmund schoss bisher knapp 65 Prozent seiner Tore nach der Pause, davon 23 Stück in der Crunchtime ab der 75. Minute. Den Bayern gelangen ebenfalls bereits 14 Treffer in der Schlussphase. Wer setzt dieses Mal den Schlusspunkt?

Auf wen kommt es an?

Frischgebackener Papa und vielleicht auch bald Meister? Marco Reus ist auf dem besten Weg das Jahr 2019 zum schönsten seines Lebens werden zu lassen. In Dortmund dirigiert er auf dem Platz mit Jadon Sancho die Abteilung Attacke. Insbesondere Sancho sticht in der berühmten Crunchtime mit seiner Ballkontrolle heraus und setzt Edel-Joker Alcacer bereits mehrfach in Szene, wie zuletzt gegen Wolfsburg. Robert Lewandowski wird auch in diesem Duell die prägende Figur auf dem Platz. Allerdings hat er nicht den einen kongenialen Partner, sondern ist der Massenverwerter aus der Vielzahl von Vorlagen, die ihm Gnabry und Co. anliefern. 

Ausblick

Von den Voraussetzungen her das spannendste Spiel der letzten Jahre in der Bundesliga. Beide Teams begegnen sich auf Augenhöhe. Gut möglich, dass die Bedeutung der Partie dafür sorgt, dass man sich bis zur Halbzeit eher belauert, aber nach dem Seitenwechsel die Angriffe rasant ins Rollen kommen. Die bessere Trefferquote bzw. der längere Atem entscheiden dann über Sieg und Niederlage.

 

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