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3. Februar 2018 read the game

Don’t cry for me Lewandowski

Pierre-Emerick Aubameyang wechselt zum Arsenal FC in die Premier League. Für knapp 65 Millionen Euro – Winter Sale mal anders. Sowohl die Bosse Joachim Watzke und Susi Zorc sowie vor allem die Fans des BVBs betrachten das Ganze sicherlich mit einem lachenden, aber auch einem weinenden Auge. 

read the game data driven Spielanalyse: Wer sind die neuen Konkurrenten für Lewandowskii

Pierre-Emerick AUBAMEYANG (re., DO) freut sich mit Mahmoud DAHOUD (DO), Jubel, jubeln, jubelnd, Freude, cheers, celebrate, Schlussjubel, Fussball 1. Bundesliga, 1. Spieltag, VfL Wolfsburg (WOB) – Borussia Dortmund (DO) 0:3, am 19.08.2017 in Wolfsburg/ Deutschland. ¬
Pierre Emerick Aubameyang right Do pleased to with Mahmoud Dahoud Do cheering cheer jubilant happiness Cheers Celebrate Final cheering Football 1 Bundesliga 1 Matchday VfL Wolfsburg WOB Borussia Dortmund Do 0 3 at 19 08 2017 in Wolfsburg Germany ¬

Denn sportlich war der Paradiesvogel aus Gabun ein voller Erfolg. 18 Torbeteiligungen, davon 13 Saisontore, 3 Assists sowie jeweils 1 Pre-Assist und eine indirekte Beteiligung stehen allein in dieser Saison zu Buche. Und nun auch wirtschaftlich, verpflichtete man ihn doch einst für knapp 15 Millionen vom AS Saint-Étienne. 

Enttäuscht dürfte aber auch sicherlich ein Mensch in München sein. Uli Hoeneß ist es nicht, der lacht sich schlapp. Nein, Robert Lewandowski. Der polnische Superstar verliert sein größten Gegner um die Torjägerkanone, aber auch den bestmöglichen Antreiber für Spitzenleistungen. Beweis gefällig? Lewandowski ging die Kicker-Kanone in der vergangenen Saison aufgrund eines Treffers weniger durch die Lappen, Aubameyang krönte sich mit 31 Treffern zum besten Schützen der Liga. Besonders brisant: Aubameyang zog am letzten Spieltag mit 2 Toren noch an ihm vorbei, während Lewandowski stattdessen ein Tor auflegte. Daran hatte er eine Weile zu knabbern.

Diese Saison scheint er auf Nummer sicher gehen zu wollen. Bis zum 20. Spieltag der aktuellen bringt es der Stürmer des Rekordmeisters auf 24 Torbeteiligungen (18 Tore, 1 Assist, 2 Pre-Assist, 3 indirekte Beteiligungen). Zum gleichen Zeitpunkt letzte Saison waren es zwar 28 Torbeteiligungen, aber eben nur 15 Tore und 2 Assists, 2 Pre-Assist und ganze 7 indirekte Beteiligungen. Zudem sei erwähnt, dass er zum Rückrundenauftakt in der aktuellen Spielzeit passen musste aufgrund von Patellasehnenproblemen. Doch nun ist Aubameyang weg und damit auch der Druck immer Spitzenleistungen zu bringen? Macht das am Ende die Meisterschaft vielleicht doch noch spannend?

Wer macht Robert Lewandowski Druck?

Wer kann Robert Lewandowski das Wasser reichen? read the game macht sich auf die datengetriebene Spurensuche in der Bundesliga und stellt die Top-Kandidaten vor. Dabei gilt: Große Namen beeindruckten uns noch nie, nur famose Leistungen. Teilt Ihr unsere Meinung? Wer fehlt noch?

Leon Bailey

Der Jamaikaner legt eine derart gute Debüt-Saison hin, dass sich Rudi Völler im Vertrag bei der Höhe der Ausstiegsklausel hoffentlich nicht vertippt hat. Der Rohdiamant auf dem Flügel kam zu Saisonbeginn aus Belgien und stand bereits da auf einigen Expertenzetteln. Mittlerweile sollten es einige mehr geworden sein. Kann er Lewandowski gefährlich werden? Vermutlich nicht, jedoch wird sein Zug zum Tor nur durch Verletzungen und Sperren zu stoppen sein. Heißt: der klettert Richtung Spitze im MIP Ranking.

Nice to know: Leo Bailey schoss bisher entweder die Führungstore oder den Ausgleichstreffer und das zumeist in der zweiten Halbzeit.

 

Guido Burgstaller

Die neue Kampfsau auf Schalke hat sich seit dem Wechsel aus Nürnberg im letzten Winter zur unumstrittenen Stammkraft im Sturm sowie zum Fan-Liebling geackert. Um Lewandowski gefährlich zu werden, müsste er seine Qualitäten auch noch stärker bei Standards einbringen, bisher hat er nach ruhenden Bällen erst 2 Treffer erzielt. 

Nice to know: Mit dem Großteil seiner Tore hat Guido Burgstaller bisher die Spiele der Schalker entschieden. Während andere eher dazu neigen das Führungstor zu erzielen, macht er die Treffer zum Ausbau der Führung.

 

Alfred Finnbogason

Der Isländer bildet die eine Hälfte der schönsten Geschichte seit Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer in der Augsburger Puppenkiste. Denn das Zusammenspiel mit Offensivpartner Gregoritsch läuft wie am Schnürchen und macht aus dem kleinen FC Augsburg einen ernstzunehmenden Europapokalkandidaten. Ein derartiges Happyend sowie eine Jagd auf Lewandowski im MIP-Ranking wird aktuell jedoch durch eine Verletzung ausgebremst. 

Nice to know: Der Isländer fackelt nicht lange, traf er doch bereits 3 Mal in dieser Saison in den ersten 5 Minuten.

 

Michael Gregoritsch

Et voilà die zweite Hälfte des Augsburger Offensivmärchens. Die Stärken von Michael Gregoritsch zahlen sich in der aktuellen Bundesliga Spielzeit aus, wenn der Ball läuft. Um Robert Lewandowski jedoch Konkurrenz zu machen, hat er bei Standards noch deutliches Steigerungspotential. Mit einer Körperlänge von 1,93 Meter bringt er allerdings eine Menge Eigenkapital an den Start, das mit Hilfe von Videoanalysen für ein besseres Verständnis von Laufwegen und Stellungsspiel bei ruhenden Bällen zu einer höheren Erfolgsquote führen könnte. Des einen Leid, des anderen Freud – Da Finnbogason aktuell verletzt ist, dürfte der Österreicher öfter in den Genuss kommen, Strafstöße zu schießen und vermutlich auch in die Spitze zu rücken. Das hebt die Scorer-Werte mit Sicherheit zusätzlich an.

 

Sebastian Haller

Dürfen wir vorstellen: Der Punktemessias der Eintracht. Trifft der Franzose, führt er die Frankfurter auch in das gelobte Land des Punktgewinns. Knipst er jetzt auch noch öfter bei Auswärtsspielen, dürfte Sebastian Haller ebenfalls Robert Lewandowski auf die Pelle rücken können. Sein größtes “Handicap” ist jedoch das Frankfurter Erfolgsgeheimnis – der defensive Spielstil. Der Preis die zweitbeste Abwehr der Liga zu haben, geht zu Lasten der Offensivbemühungen. Am Ende der Hinrunde hatte man gerade mal 194 Mal auf das gegnerische Tor geschossen. Nur Wolfsburg und Hertha schossen bis dato seltener auf das Tor. Zum Vergleich: Die Bayern hatten zur Winterpause 325 Torschüsse zu verzeichnen.

 

Thorgan Hazard

Fluch und Segen zugleich für Thorgan Hazard ist seine Flexibilität – Linksaußen, hängende Spitze, Sturmspitze, Rechtsaußen, Torjäger, Assistgeber. Der Belgier hat diese Saison so ziemlich jede Rolle im Angriff gespielt und auch darin überzeugt. Je nachdem welche Rolle er in den restlichen Partien der Bundesliga Saison auf dem Platz einnimmt, wird er eher über die Vorbereitung der Torschüsse Punkte sammeln oder eben als Vollstrecker. Wobei Hazard vor allem aus dem Spiel heraus noch deutlich Luft nach oben hat. 

 

Max Kruse

“Mein härtester Gegner war immer die Kneipe.” Das Zitat stammt nicht von Max Kruse, sondern Kiez-Legende und Abwehrgott vom FC St.Pauli Walther Frosch. Aber es dient als Metapher für die Gründe, warum Max Kruse in Bremen gegen den Abstieg und nicht woanders in der Champions League spielt. Mit einer anderen Einstellung zum Leben und etwas weniger Verletzungspech, hätte Max Kruse vermutlich schon seit Jahren den Zweikampf der besten Angreifer in einen modernen Dreikampf verwandelt. In der Realität sorgt er jedoch dafür, dass Bremen mit ihm ein bundesligawürdiger Verein ist und am Ende der Saison auch bleibt. Auf dem Weg dahin bleibt er Lewandowski und hoffentlich nicht dem Barkeeper auf den Fersen. 

 

Mark Uth

Manche Dinge im Leben benötigen einfach mehr Zeit, bis sie reif sind. Sei es zum Genuss, wie zum Beispiel guter Wein. Oder um endlich Top-Leistungen zu bringen. Mark Uth hat sich dafür in Hoffenheim 3 Jahren genommen. Mittlerweile performt er derart gut, dass nicht nur Deutschlands selbsternannter bester Stürmer einen Teilzeitjob in München angenommen hat, weil er keinen Stich mehr sah. 

Nice to know: Mark Uth ist eine Art Lebensversicherung der TSG 1899 Hoffenheim. Kein Spieler der aktuellen Bundesliga Saison hat bisher öfter in der Crunchtime ab der 75. Minute bis zum Abpfiff getroffen, als Mark Uth.

 

Kevin Volland

Was haben ein Fiat Punto von 1995 und Kevin Vollands Debüt-Saison bei Bayer 04 Leverkusen gemeinsam? Beides gebraucht und reif für die Müllhalde. Um so besser läuft es in dieser Spielzeit der Bundesliga. Im Quartett mit Julian Brandt, Leon Bailey und Lucas Alario lassen sie die Erinnerungen der frühen 2000er Werkself aufleben. Was ihn mit Lewandowski auf ein Level bringt, ist seine Flexibilität. Er schießt Tore, bereitet die der Kollegen aber auch direkt oder unmittelbar vor.

Nice to know: Neben den Torerfolgen, zeichnet ihn vor allem seine ballferne Qualität aus. Ohne selbst einen Ballkontakt zu haben, schafft Kevin Volland Räume für seine Mitspieler, sodass sich daraus torgefährliche Szenen entwickeln. Hier bei read the game nennen wir das indirekte Beteiligung. Herausragender Akteur in der letzten Saison war diesbezüglich Robert Lewandowski mit insgesamt 9 indirekten Beteiligungen – bei Volland sind es jetzt schon 6.

 

Timo Werner

RB Leipzig erlebt eine klassische zweite Saison. Der Hybris trotz Europapokal noch den Bayern-Jäger spielen zu können, erlag man nicht vollends, sondern konnte sie rasch ablegen. Lediglich ein gelangweilter Uli Hoeneß spricht noch darüber. Nach einer Schwächephase schwimmt man in der Liga wieder gut mit, um auch im nächsten Jahr international vertreten zu sein. 

Hauptverantwortlich ist dafür die größte Konstante der letzten wie auch der aktuellen Saison: Timo Werner. Stabilisiert sich sein Team und bringt ihn öfter in Position, wird er neben Kevin Volland der Hauptkandidat sein, der Robert Lewandowski gefährlich nahe kommt. Kann es da Zufall sein, dass er konstant als Nachfolger gehandelt wird? Nein, denn Timo Werner bringt alles mit. Er schießt seine Tore aus allen Episodenarten heraus und ist zudem in der Lage, seine Kollegen gewinnbringend anzuspielen. Zudem bringt er mit seinem Tempo eine Qualität ins Spiel, die ihn sogar noch Stück vor Lewandowski schiebt und möglicherweise bald Uli Hoeneß wieder auf den Plan rufen lässt.

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