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21. Januar 2021 read the game

Wechselspiele in der Bundesliga

Die Hinrunde der Bundesliga in der Saison 2020/21 ist absolviert. Da auch in der neuen Spielzeit fünf Wechsel erlaubt sind, haben wir untersucht, welche Vereine das volle Potential ausschöpfen und welche Muster sich darin erkennen lassen. Unsere zehn Erkenntnisse zum Thema Spielerwechsel.

1. Der VfB Stuttgart ist nach der Hinrunde Deutscher Wechselmeister! 

79 Mal wurden beim VfB an den ersten 17 Spieltagen Spieler ausgewechselt. Dahinter folgen RB Leipzig (74 Mal), Hertha BSC, der 1. FC Union Berlin, Köln und Mainz auf einem geteilten dritten Rang mit je 72 Wechseln. Die wenigsten Wechsel nahmen Schlusslicht Schalke 04 und Bayer Leverkusen vor (je 57 Mal).

2. Christian Streich wechselt viel, aber ohne zu Experimentieren

70 Spielerwechsel nahm Christian Streich in der Hinrunde vor. All zu experimentierfreudig agierte der Coach des SC Freiburg jedoch nicht. Bei 64 % aller Wechsel tauschte er positionsgetreu das Personal aus. Top-Wert der Bundesliga. Zum Verständnis: Abwehrspieler kamen für Abwehrspieler bzw. Offensivspieler kamen für Offensivspieler. Gerade im Angriff tauschte Streich am häufigsten (57 % aller Wechsel). Bei einem treffsicheren Joker wie Nils Petersen keine Überraschung. Das Kontrastprogramm fuhren bisher die Mainzer. Lediglich bei 29 % der 72 Wechsel fanden positionsgetreue Wechsel statt. Niedrigster Wert der Bundesliga! 

3. Torarme Bremer, aber Kohfeldt lässt nichts unversucht

Werder Bremen hat in der Hinrunde gerade einmal 19 Tore geschossen. Nur 5 Teams trafen seltener. In der Vorsaison waren es zum gleichen Zeitpunkt 4 Treffer mehr. Allerdings hatte Bremen da auch schon 16 Gegentreffer mehr kassiert. Insgesamt wechselte Kohfeldt 69 Mal in der Hinrunde und ließ insbesondere in der Offensive nichts unversucht, um mehr Torgefahr ins Spiel zu bringen. Denn bei 68% seiner Wechsel brachte der Trainer Offensivspieler für Offensivspieler. Zum Harakiri war Kohfeldt in dieser Saison bisher jedoch nicht zu locken: Nur drei mal nahm der Bremer Coach einen Defensivspieler vom Platz, um einen Offensivspieler zu bringen (4%).

4. Gisdol mit dem Mut der Verzweiflung

Köln wechselte diese Saison 72 Mal. Bei 28 % dieser Wechsel brachte Markus Gisdol einen Offensivspieler für einen Abwehrspieler. Kein Trainer der Bundesliga ging mehr ins “Risiko” als der Trainer vom Effzeh. Zum Vergleich: Hansi Flick wechselte 68 Mal, aber nur 5 Mal davon nahm er einen Abwehrspieler runter, um die Offensive zu stärken (4%).

5. Adi Hütters Motto Safety first! 

Der Coach der Eintracht geht auf Nummer sicher: Bei 15 von 62 Wechseln (24%) kommt ein Defensiver für einen Offensiven. Bei Leipzig (1/74) sind es nur 1%.

6. Wo Qualität und gesunde Spieler fehlen, wird seltener gewechselt

Schalke und Leverkusen haben nur 57 der 85 Wechsel genutzt (67%). Tiefstwert der Bundesliga. Auffällig: Sowohl Schalke als auch Leverkusen gehören zu den Teams mit den meisten Verletzungen. Die Schalker und die Bremer haben mit 12 verletzten Spielern seit Saisonbeginn die meisten der Bundesliga. Dabei verletzten sich 11 der 12 Bremer im Training, nur einer im Spiel. Bei den Schalker waren es 4 im Training, 7 im Spiel, einer beim Länderspiel. Die Leverkusener haben die meisten verletzten Spieler während eines Spiels zu vermelden: 8 der 11 Verletzten seit Saisonbeginn. Der Fußball von Peter Bosz ist intensiv, scheinbar zu intensiv, um ihn konstant erfolgreich spielen zu lassen. Leverkusen konnte erst jüngst eine vier Spiele währende Durststrecke ohne Sieg gegen Dortmund beenden. 

7. Hansi Flick: Keiner wechselt früher

Im Median wechseln die Bayern am frühesten im Spiel: Die 68 Wechsel fanden im Schnitt in der 69. Minute statt. Die 72 Wechsel der Mainzer fanden am spätesten statt: 77. Minute.

8. Bei RB Leipzig bekommt jeder seine Chance

RB Leipzig wechselt oft, aber nicht nur, um Zeit von der Uhr runterzubekommen. Im Gegenteil: Die meisten Einsatzminuten sammeln Einwechselspieler bei RB Leipzig: 10% der Spielzeit. Die wenigsten Minuten gibt es hingegen bei Frankfurt und Wolfsburg: Nur 6%.

9. Nagelsmann rührt keinen Beton an

Julian Nagelsmann hat in der Hinrunde lediglich einmal einen Offensivspieler vom Platz genommen, um einen Defensivakteur ins Spiel zu bringen. Tiefstwert der Hinrunde. Knapp dahinter folgt der 1. FC Union Berlin und Bayer Leverkusen (je 2 Mal).

10. Knapp 11 % der Wechsel aufgrund von Verletzungen

Nur 131 der 1229 Wechsel in der Hinrunde wurden verletzungsbedingt durchgeführt. Das sind 10,6%. Die wenigsten Verletzten in der Bundesliga haben die Augsburger und die Bielefelder mit jeweils 3. Die 3 der Augsburger passierten allesamt im Training.